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2017

 

Christoph Papenfuss

Ist prädiktive Instandhaltung die Killer-App für das Industrial Internet of Things?  

Vorausschauende (prädiktive) oder zustandsorientierte Instandhaltung ist für Industriekunden und die Industrie 4.0-Initiative ein erstrebenswertes Ziel. Eine ineffiziente, regelmäßig nach Plan erfolgende Wartung durch entsprechende Software zu ergänzen oder gar zu ersetzen, verspricht, Geräteausfälle und ungeplante Ausfallzeiten zu reduzieren, die Sicherheit zu verbessern und letztlich in einer Zeit unstabiler Preise und Budgets ein besseres Unternehmensergebnis zu erreichen.

Natalia Straub, Sandra Kaczmarek, Tobias Hegmanns und Stephanie Niehues

Logistik 4.0 – Logistikprozesse im Wandel – Technologischer Wandel in Logistiksystemen und deren Einfluss auf die Arbeitswelt in der operativen Logistik   

Aktuell wird vielerorts die Einführung digitaler Technologien als Antwort auf wichtige Anforderungen des Wettbewerbs vorangetrieben. Das Arbeitsumfeld der Beschäftigten in der operativen Logistik wird sich dadurch massiv wandeln. Der Beitrag liefert einen Überblick über den möglichen Einsatz von zukunftsweisenden Technologien in verschiedenen Logistikprozessen sowie die dadurch veränderten Teilaufgaben und Kompetenzanforderungen für die operativen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Arbeitswelt 4.0.

Alexander Skorna und Annika Gropp

Internationale Standards zum Schutz der Lieferketten – Pragmatische Lösungen statt komplexer Regelwerke – ein Überblick 

Deutschland nimmt mittlerweile bei Ladungsdiebstählen europaweit den Spitzenplatz ein. Der Schaden hierzulande beläuft sich einschlägigen Schätzungen zufolge auf etwa 1,5 Milliarden Euro jährlich. Privatwirtschaft und Internationale Organisationen propagierten in den letzten Jahren zahlreiche Standards und Normen, die teils strikte Maßnahmen zum Schutz von Lieferketten vorschreiben. Dabei lässt sich die Sicherheit in der Lieferkette bereits mit wenigen Grundsätzen deutlich erhöhen. Vor dem Hintergrund der zahlreichen bereits bestehenden Initiativen wurde untersucht, ob und wie diese einen Beitrag zur Supply Chain Security von Unternehmen leisten können. Ziel war es, Handlungsempfehlungen besonders für kleine und mittelständische Unternehmen ohne eigene Sicherheits-Routinen zu erstellen, die als Leitfaden und Hilfestellung zur Einrichtung eines pragmatischen Managementsystems für die Supply Chain Security dienen können.

Wolf Lampe

Konsolidierung von Emissionsindikatoren - Ermittlung der THG-Effizienz von diversifizierten Logistikdienstleistern

Komplexe Lieferketten funktionieren im engen Zusammenspiel von Logistik und Produktion. Daraus erwachsen besondere Anforderungen, wenn die Qualifikation eines diversifizierten Logistikdienstleisters zur Senkung von Energieverbräuchen und Treibhausgas (THG) bzw. CO2-Emissionen betrachtet werden soll: Seine Leistungspalette erschwert die Ermittlung eines einheitlichen Indikators zur spezifischen CO2-Emission, der für alle erbrachten Logistikleistungen eine befriedigend hohe Korrelation zwischen Treibhausgasemission und Ausprägung der betrieblichen Prozesse aufweist.


2016

Veit Hammerstingl, Gunther Reinhart und Patrick Zimmermann

Automatisierte Konfiguration und Selbstauskunft von Industrierobotern - Intelligente Vernetzung mittels ROS und OPC UA

Industrieroboter stellen aufgrund ihrer freien Programmierbarkeit und einer Vielfalt von Einsatzmöglichkeiten einen wesentlichen Bestandteil moderner, hochautomatisierter Produktionsanlagen dar. Die Einrichtung und Vernetzung dieser Systeme setzt wegen unterschiedlichster Bauformen sowie herstellerspezifischer Steuerungsbefehle allerdings ein hohes Maß an Expertenwissen voraus, welches meist von Systemintegratoren bereitgestellt wird. Hieraus folgt, dass Anwender Robotersysteme repetitiv über lange Zeiträume einsetzen – die inhärente Flexibilität dieser Systeme wird nicht genutzt. Durch diese Einschränkungen können die im Rahmen der Vision „Industrie 4.0“ gestellten Forderungen nach intelligenten, flexiblen und sich selbst vernetzenden Cyber-Physischen Systemen noch nicht erfüllt werden. Im Rahmen des Forschungsprojekts AKOMI wurden deshalb Methoden entwickelt, welche eine automatisierte Vernetzung und lösungsneutrale Programmierung von robotergestützten Montageanlagen ermöglichen.

Martin Reuber und Tobias Schwanekamp

Additive Herstellung von Zerspanwerkzeugen aus WC-Co-Hartmetall - Potenziale und Herausforderungen

Für produzierende Unternehmen der spanenden Fertigung lassen sich durch den Einsatz anwendungsoptimierter Sonderwerkzeuge signifikante Produktivitätspotenziale erschließen. Konventionelle Verfahren zur Herstellung von Zerspanwerkzeugen unterliegen Restriktionen hinsichtlich der realisierbaren Innen- und Außenkonturen. Additive Fertigungsverfahren legen hier ein erhebliches Innovationspotenzial frei. Durch den schichtweisen Aufbau werden Designgrenzen konventioneller Verfahren aufgehoben und die Herstellung komplexer und individueller Strukturen ermöglicht. Vor dem Hintergrund dieser verfahrensspezifischen Potenziale entwickelt das iWFT im Projekt PräziGen gemeinsam mit Verbundpartnern aus Forschung und Industrie eine Prozesskette zur additiven Herstellung von Zerspanwerkzeugen aus Hartverbundstoffen.

Verena Brandt und Michael Sauermann

Messung der Effektivität und Effizienz von Compliance Management Systemen - Nutzung von Datenanalysen für das Monitoring und Reporting

Die Compliance-Organisation hat die Integrität der Organisation sowie die Umsetzung der im Konzern gesetzten Compliance-Vorgaben durch ein geeignetes Monitoring-Konzept zu überwachen. Die Unternehmensführung genügt ihrer Aufsichtspflicht erst dann, wenn sie sich über das CMS und seiner Wirkungsweise in angemessener Weise informiert. Der Beitrag diskutiert die Möglichkeiten der Compliance-Organisation, durch Big Data Analytics und der Entwicklung von spezifischen Key Performance Indicators (KPI) Compliance-Risiken transparent zu machen sowie die Compliance-Ziele zu überwachen und darüber zu berichten.

Alexander Meyer

Institut für Produktion und Logistik
Fachgebiet für Produktionsorganisation und Fabrikplanung, Kompetenzlabor Digitale Fabrik, Universität Kassel

Das Fachgebiet Produktionsorganisation und Fabrikplanung im Fachbereich Maschinenbau an der Universität Kassel beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Forschungen zu Methoden und Werkzeugen der Digitalen Fabrik, die eine wichtige Facette im Rahmen der Entwicklungen zu Industrie 4.0 darstellen. Vorrangiges Ziel ist die Verbesserung sowohl der Produktions- und Logistikprozesse selbst als auch der hierzu notwendigen Planungsprozesse. Die folgenden Ausführungen geben einen kurzen Eindruck von den Arbeiten des Fachgebiets, stellen das Kompetenzlabor „Digitale Fabrik“ vor und erläutern exemplarisch für die Verbesserung unternehmensexterner Material- und Informationsflüsse ein Forschungsprojekt zur Digitalisierung in der Holzbereitstellung.

Stefan Kaspar

Technologiezentrum Produktions- und Logistiksysteme
Hochschule für angewandte Wissenschaften Landshut

Das Technologiezentrum Produktions- und Logistiksysteme (TZ PULS) am Standort Dingolfing der Hochschule Landshut fokussiert die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit mittelständischer Unternehmen der Region durch Wissens- und Technologietransfer. Dabei stellt das TZ PULS insbesondere mit der 900 m² großen Muster- und Lernfabrik, 300 m² Projektfläche sowie einer modernen Produktionslogistikausstattung die bestmöglichste Infrastruktur zur Verfügung, um als zentraler Veranstaltungs-, Forschungs-, und Demonstrationsort für den Dialog mit den Unternehmen der Region zu dienen. Den thematischen Kern der Forschungsaktivitäten bildet die „Intelligente Produktionslogistik“, d. h. der innovative Einsatz von Lösungen der Industrie 4.0 in der Produktionslogistik zur Erschließung weiterer Effizienzpotenziale. Das TZ PULS profitiert von der intensiven Verknüpfung zwischen Wissenschaft und Industrie – und stellt selbst einen wesentlichen Teil dieser Verknüpfung dar: Ein Best-Practice-Zentrum für Wirtschaft und Wissenschaft.

Stefan Mutke

Logistics Living Lab – Innovationsplattform für die Logistik
Institut für Wirtschaftsinformatik, Universität Leipzig

Das Logistics Living Lab ist ein offener Raum für Innovation, Demonstration und Kollaboration, um den Logistik-Herausforderungen von morgen mit innovativen Informationssystemen und -technologien zu begegnen. Ein systematischer Forschungsprozess führt Logistikakteure aus Industrie, Wissenschaft und Verwaltung zusammen, um die Logistik von morgen effizienter, grüner und sicherer zu gestalten. Das Logistics Living Lab wird im Rahmen des Projekts „Logistik Service Engineering & Management“ des Programms „InnoProfile-Transfer“ als Bestandteil der BMBF-Innovationsinitiative Neue Länder „Unternehmen Region“ gefördert.

Ortrun Reidick

Qualifizierung älterer Mitarbeiter und Industrie 4.0 - Fakten und Empfehlungen für eine alternssensible Personal-entwicklung in digitalisierten Unternehmen

Die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt geht mit erhöhten Qualifizierungsbedarfen für die Betroffenen einher, so der Konsens in Forschung und Praxis, auch wenn das „Wie“ noch diskutiert wird. Eine weitergehende Frage wirft das Aufeinanderprallen der Megatrends Industrie 4.0 und demografischer Wandel auf: Gibt es Synergien, die eine demografiesensible Gestaltung smarter Arbeitssysteme ermöglichen? Befunde aus der Alternsforschung sprechen für positive Szenarien, die für die Rolle von Personal- und Organisationsentwicklung anhand des Rahmenmodells „Haus der Qualifizierung für die Industrie 4.0“ verdeutlicht werden.

Christopher M. Schlick
Megatrend Digitalisierung – Potentiale der Arbeits- und Betriebsorganisation

Die sich durch die Digitalisierung zunehmend verändernde Arbeitswelt stellt die Arbeits- und Betriebsorganisation nicht nur vor wohl bekannte Herausforderungen, wie beispielsweise eine steigende Komplexität oder die zunehmende Dynamik. Zusätzlich sind auch neue Aspekte zu betrachten, wie agile Organisationsformen und Cloud-gestützte Kooperationsformen. Der Megatrend der Digitalisierung bietet viel mehr zahlreiche Potenziale, die Betriebs- und Arbeitsorganisation wirtschaftlicher und menschengerechter zu gestalten. Wir stehen erst am Anfang, die Potenziale der Digitalisierung und Vernetzung zu erforschen und für die arbeitenden Menschen positiv zu erschließen. Der vorliegende Tagungsband gibt einen Einblick in die vielfältigen Forschungsergebnisse der Mitglieder der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Arbeits- und Betriebsorganisation. Dabei werden die Potenziale der Digitalisierung mit wissenschaftlichem Fokus behandelt und durch praktische Beispiele eingängig verdeutlicht.

José de Gea Fernández und Marc Ronthaler

EU Projekt FourByThree
Auf dem Weg zu eigensicheren Robotern

Seit einiger Zeit ist zu beobachten, dass Eigenschaften von Haushalts- oder Servicerobotern in Produktionsumgebungen Einzug halten, wo sie Kooperation ermöglichen und damit die Voraussetzung für einen von Mensch und Maschine gemeinsam genutzten Arbeitsraum schaffen. Dieser Beitrag stellt einige der bereits kommerziell erhältlichen Systeme vor, untersucht die technologischen Voraussetzungen, die über die letzten Jahre am DFKI Robotics Innovation Center auf diesem Gebiet entwickelt wurden und gibt einen Ausblick anhand der aktuellen Entwicklungen im EU Projekt FourByThree.

Sirko Straube und Tim Schwartz

Hybride Teams in der digitalen Vernetzung der Zukunft
Anwendung, Architektur und Kommunikation

Eine der Implikationen aus Industrie 4.0 ist das Entstehen einer neuen Zusammenarbeit von Menschen, Robotern und virtuellen Agenten in Teams – der Roboter ist kein Konkurrent, sondern er übernimmt typischerweise andere Aufgaben, die für Menschen sehr aufwändig, schädlich oder gar unmittelbar gefährlich sind. Diese Hybriden Teams müssen effizient kommunizieren, sie sollen flexibel sein und breit einsetzbar. Wie kann man ein solches Team realisieren und welche Besonderheiten und Schwierigkeiten treten dabei auf? Der Beitrag beschreibt den Aufbau und die Eigenschaften Hybrider Teams und schlägt eine entsprechende Systemarchitektur vor, die auf Erfahrungen aus dem aktuellen Forschungsprojekt HySociaTea (FKZ 01IW14001, BMBF) basiert.

Markus Rickert und Alexander Perzylo

Industrieroboter für KMU - Flexible und intuitive Prozessbeschreibung

Die Produktion in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) findet oft im Rahmen von Kleinserien oder sogar Einzelfertigung statt. Um diese KMU durch Roboter-basierte Automatisierung zu unterstützen, bedarf es eines Umdenkens in der Ausgestaltung der Bedienkonzepte. In diesen Anwendungsszenarien gewinnt die effiziente Programmierung und Adaption enorm an Stellenwert. Zudem muss das benötigte Vorwissen im Umgang mit Robotern soweit reduziert werden, dass Facharbeiter ohne großen Ausbildungsaufwand Robotersysteme selbst bedienen können. In diesem Beitrag stellen wir einen wissensbasierten Ansatz vor, der die genannten Herausforderungen behandelt.

Andreas Ringelhan, Tilo Wüsthoff und Fritz Frenkler

Prototyping Interaction - Methoden für die nutzerzentrierte Entwicklung intelligenter, physisch interaktiver Systeme

Die Entstehung intelligenter Systeme im Zuge der digitalen Vernetzung sowie der Einzug der Robotik-Technologie in den Massenmarkt stellen neue Herausforderungen an die Produktentwicklung. Beide Phänomene erhöhen erheblich die Komplexität der Entwicklungsarbeit. Der Methoden-Ansatz „Prototyping Interaction“ stellt sich diesen Herausforderungen. Das Ziel an der Technischen Universität München (TUM) ist es, den Entwicklungsaufwand deutlich zu reduzieren und somit Zeit und Kosten zu sparen. Um dieses Ziel zu erreichen, erforscht der Lehrstuhl für Industrial Design die dafür nötigen Kompetenzen und Methoden und vermittelt die gewonnenen Ergebnisse und Fähigkeiten seinen Studierenden.

Wolfgang Karrlein und Martin Steinleitner

Industrie 4.0 beginnt in den Köpfen - Mit Business-Simulationen Change-Prozesse unterstützen

Die digitale Transformation stellt den Mittelstand in Deutschland vor große Herausforderungen und bestehende Unternehmensprozesse gründlich auf den Kopf. So erwarten 82 Prozent der für eine Studie befragten Manager, dass sich die interne Kommunikation deutlich beschleunigen wird. Vier von fünf sind überzeugt, dass der Wissenstransfer eine Schlüsselrolle spielen wird. Drei Viertel halten außerdem ein Zusammenrücken der IT mit anderen Abteilungen für notwendig. Hier kommen Business-Simulationen ins Spiel, die den notwendigen Change-Prozess wirkungsvoll unterstützen. Wie sie auf dem Weg zu Industrie 4.0 sinnvoll eingesetzt werden können und den größten Nutzen bringen, ist Gegenstand dieses Beitrags.

 


2015

Peter Kuhlang, Thomas Finsterbusch, Thomas Mühlbradt und Sören Liebig

Produktive und ergonomische Arbeit in der Industrie 4.0 - Ganzheitliche Planung und Gestaltung menschlicher Arbeit

Besonders vor dem Hintergrund der Industrie 4.0 ist eine fundierte Kenntnis der Prinzipien und Grundlagen manueller Arbeit bzw. guter Arbeitsgestaltung von besonderer Bedeutung, um die Modellierung produktiver und ergonomischer Arbeit in der Smart Factory auch zukünftig auf Grundlage einer fairen und neutralen Bezugsgröße durchführen zu können. Durch die gemeinsame Erfassung von Zeit-relevanten und Ergonomie-relevanten Einflussgrößen liefert MTM-HWD® (Human Work Design) ein neues Bausteinsystem von MTM (Methods-Time Measurement) – eine bisher nicht vorhandene Qualität bei der Beschreibung und Bewertung menschlicher Arbeitsabläufe und vereint somit die Arbeitsmethoden-orientierte und die ergonomische Arbeitsgestaltung.

Sebastian Appenzeller und Jürgen Köbler

Lean und ERP – Synergie oder Widerspruch?
Ein neuer Ansatz zur Steigerung der Unternehmenseffizienz

Eine erfolgreiche Zusammenführung der Vorteile von ERP-Systemen mit den Vorzügen des Lean-Ansatzes kann zur Erschließung eines erheblichen Verbesserungspotenzials und damit zu signifikanten Wettbewerbsvorteilen einer Unternehmung führen. Da dieser Ansatz in der Praxis häufig kritisiert und bisher kaum adäquat verfolgt wird, zielt dieser Beitrag darauf ab, einen innovativen Lösungsweg vorzustellen, welcher nicht nur theoretisch, sondern auch anhand eines ERP-Einführungsprojekts in einem KMU empirisch aufzeigt, dass Lean und ERP nutzbringend miteinander kombiniert werden können und sollten.

Daniela Best und Albert Hurtz

Lean erfolgreich zur Gewohnheit machen - Lean-Prinzipien in Unternehmensphilosophie integrieren – Lean-Management setzt Kulturwandel voraus

Wer leane Strukturen und Prinzipien im Unternehmen verwirklichen will, muss dafür Sorge tragen, dass ein Kulturwandel stattfindet, durch den alle Beteiligten – alle Führungskräfte und Mitarbeiter – innerlich davon überzeugt sind, dass es richtig, sinnvoll und notwendig ist, Lean zu etablieren. Lean darf kein Fremdkörper in einer Umgebung bleiben, in der die alten Gewohnheiten weiter bestehen. Der Kulturwandel lässt sich herbeiführen, wenn die Lean-Gedanken von den Menschen im Unternehmen verinnerlicht und zum Bestandteil der Unternehmensphilosophie entwickelt werden. Der Beitrag zeigt Entscheidern im Management, mit welchen Maßnahmen es gelingt, Lean im Unternehmen zur Gewohnheit zu machen.

Gerrit Dumstorff und Walter Lang

Materialintegrierte Mikrosensoren - Generierung von Messdaten aus dem Material heraus durch integrierte Mikrosensoren

Derzeit besteht ein starker Trend, immer mehr Elektronik in Maschinen und Alltagsgegenstände zu integrieren, um diese „intelligent“ zu machen. So wird beispielsweise Elektronik in Kleidung integriert. Parallel dazu gibt es auch in der Sensorik Bestrebungen, Sensoren in Materialien zu integrieren. Dies ist ebenso notwendig für die Elektronik, denn ohne Sensoren können Mikroprozessoren nicht mit der Umwelt kommunizieren. Die Integration von Sensoren in Materialien hat den Vorteil, Messdaten direkt aus dem Material heraus zu generieren. Stellt man sich einen Flugzeugflügel vor, in dessen Kohlefaserverbundwerkstoff Dehnmessstreifen eingebettet sind, so könnten Steinschläge, die zu lokalen Beschädigungen im Laminat führen und die von außen nicht gemessen werden können, mit materialintegrierten Sensoren detektiert werden. Ein anderes Beispiel ist eine intelligente Dichtung, die einen integrierten Sensor hat, der die Versprödung misst und somit frühzeitig vor einem Ausfall warnt. Durch die Integration von Sensoren in Stahl kann der Energieeintrag bei Produktionsprozessen wie Fräsen oder Schleifen besser verstanden werden. Um hierhin zu gelangen, muss die Wissenschaft eine grundlegende Frage beantworten: Wie wird das Material oder das Bauteil von seinem makroskopischen Verhalten (z. B. mechanisch oder thermisch) her verändert, wenn ein Sensor integriert wird? In diesem Beitrag sollen die wissenschaftlich-technischen Herausforderungen zur Entwicklung von materialintegrierten Mikrosensoren beleuchtet und einige Beispiele mit zukünftigen Forschungszielen genannt werden.

Stefan Kaspar und Markus Schneider

Lean und Industrie 4.0 in der Intralogistik - Effizienzsteigerung durch Kombination der beiden Ansätze

Die Prinzipien einer Lean Production gelten als Best-Practice für moderne Produktionssysteme. Im Zuge der aktuellen Diskussion um das Thema Industrie 4.0 stellt sich die Frage, ob und wie diese beiden Ansätze vereinbar sind. Der vorliegende Beitrag zeigt, dass die beiden Konzepte zwar verschiedene Werkzeuge einsetzen, im Grunde aber sehr ähnliche Ziele verfolgen und sich trotz mancher Widersprüche gut ergänzen. Ein Praxisbeispiel aus der Intralogistik stellt dar, wie innovative Technologie aus dem Umfeld der Industrie 4.0 als Enabler dient, um nach Lean Prinzipien gestaltete Prozesse noch weiter zu optimieren.

Ulrich Furbach, Claudia Schon und Frieder Stolzenburg
Kognitive Systeme und Fragenbeantwortungssystem

Dieser Beitrag beschreibt das Forschungsge-biet Cognitive Computing. Als Beispiel wird das Gebiet der Beantwortung natürlichsprachlicher Fragen eingeführt und die besonderen Herausforderungen dieses Gebiets aufgezeigt. Eine Möglichkeit, diese Herausforderungen zu meistern, wird durch die detaillierte Präsentation des LogAnswer-Systems vorgestellt, das ein erfolgreiches System im Bereich der Beantwortung von natürlichsprachlichen Fragen ist.

 

 

2014

Olaf Günther, Stefanie F. Geiselhardt und Christine Griese

Systematisches Fähigkeitenmanagement - Der Aufbau ganzheitlicher Strukturen und Standards in Schlüsselprozessen erhöht die Leistungsfähigkeit im Unternehmen

Um Potenziale in der Optimierung von betrieblichen Abläufen zu heben, wird der Aufbau von geeigneten Standards, Methoden und Fähigkeiten oft nicht ausreichend ausgeschöpft. Zunächst müssen bei Störungen im Betriebsablauf, wie zum Beispiel Lieferrückständen, deren Ursachen exakt benannt und in Kennzahlen messbar gemacht werden. Die systematische Gestaltung von Unterstützungs- und Führungsprozessen, die hier in Kern-arbeits- und Treiberprozesse eingeteilt werden, trägt zur Etablierung transparenter Strukturen und Standards im Unternehmen bei. So wird eine signifikante und dauerhafte Verbesserung von erfolgskritischen Arbeitsabläufen möglich. Unser Beitrag beschreibt, wie systematisches Fähigkeitenmanagement reale Verbesserungen von Betriebsergebnis und -klima induzieren kann.

Werner Geilenkirchen

Auswege aus der Personalmisere - Wie Mittelständler mit Nachhaltigkeitskonzepten im Kampf um die besten Köpfe punkten

Die Stimmung beim deutschen Mittelstand ist gut. Dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) zufolge schätzen über 90 Prozent der klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) ihre momentane Geschäftslage als befriedigend oder besser ein, fast 38 Prozent erwarten 2014 höhere Umsätze [1]. Doch viele der Mittelständler stehen vor einem echtem Problem: dem Fachkräftemangel.

Marcus Röschinger, Dominik Stockenberger und
Willibald A. Günthner

Werkzeugmanagement in der Cloud - Potenziale einer unternehmensübergreifenden Cloud-Lösung für ein digitales und automatisiertes Werkzeugmanagement

In modernen Supply Chains nimmt die Vernetzung der beteiligten Unternehmen immer mehr zu. Dies gilt auch für die Versorgung von produzierenden Unternehmen mit Fertigungsmitteln. Im Bereich des Werk-zeugmanagements gestaltet sich der Informationsfluss daher zunehmend komplexer. Dabei bedingt der in erster Linie papierbasierte Informationsaus-tausch eine geringe Durchgängigkeit sowie eine stark eingeschränkte Verfügbarkeit der Werkzeugdaten. Durch ein digitales Werkzeugmanagement in der Cloud könnten die medialen Brüche in der Werkzeug-Supply-Chain überwunden werden. Der Abruf und die Aktualisierung von Werkzeugdaten ist damit permanent und ortsunabhängig möglich. Durch eine eindeutige Werkzeugidentifizierung kann zudem eine automatische Übertragung benötigter Daten auf Maschinen erfolgen.

Wolfgang Kersten, Hans Koller, Hermann Lödding

Industrie 4.0 - Wie intelligente Vernetzung und kognitive Systeme unsere Arbeit verändern

Die Fortschritte der Informationstechnik eröffnen ungeahnte Chancen für die industrielle Produktion: Informationen über Maschinen, Bauteile und Aufträge können zu geringen Kosten und in hoher Detaillierung erfasst und im Netzwerk weitergeleitet werden. Gleichzeitig nimmt die Fähigkeit zu, auch große Informationsmengen automatisch verarbeiten, Diagnosen treffen und Maßnahmen einleiten zu können. Entsprechend gilt es, viel versprechende Konzepte zu entwickeln, um die neuen Möglichkeiten gewinnbringend nutzen zu können. Dabei kann man leicht übersehen, dass die sog. vierte industrielle Revolution auch den Menschen betrifft und unsere Arbeit zum Teil grundlegend verändern wird.
Der vorliegende Tagungsband stellt Forschungsergebnisse der Mitglieder der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Arbeits- und Betriebsorganisation vor.
Die Beiträge behandeln das Thema aus der Perspektive der Modellierung, des Menschen und der industriellen Anwendung, so dass ein umfassender Überblick entsteht.

Markus Schneider, Michael Ettl, Stefan Kaspar und Nicolas von Stülpnagel

Lean Factory Design - Das Landshuter Produktionssystem (LPS): CLean Production – Teil 3

Eine aktuelle Studie zu den Einsatzpotenzialen und Handlungsbedarfen im Rahmen von Fabrikplanungsprojekten zeigt sehr deutlich auf, dass bestehende Vorgehensmodelle den Anforderungen an Dynamik und Komplexitätsbewältigung nicht gewachsen sind [1]. Aus diesem Grund entwickelt die Hochschule Landshut seit einiger Zeit im Rahmen des Landshuter Produktionssystems (LPS): CLean Production – Lean & Clean eine neue Fabrikplanungsmethodik. Diese ermöglicht es erstmalig, die Fabrikstrukturen im Zusammenhang mit der Planung und Steuerung von Anfang an nach Lean-Kriterien zu gestalten, und wird aufgrund eines agilen Vorgehensmodells auch den genannten Anforderungen gerecht.

Carsten Behrens, Stephan Weßel und Robert Schmitt

Interaktive prozessorientierte Managementsysteme - Dynamische und stabile Prozesse im Unternehmen mit nachhaltiger Nutzung des organisatorischen Wissens der Mitarbeiter

Prozessorientierte Managementsysteme leiden in vielen Unternehmen unter großen Akzeptanzproblemen. Ohne realen Nutzen, nur Nachweisbürokratie oder nur etwas für Experten, lautet meist das Urteil. Durch eine innovative Verknüpfung von prozessorientiertem Qualitäts- und Wissensmanagement, angereichert mit Social Media Aspekten, können diese Schwächen mit Erfolg behoben werden. Durch zusätzliche Applikationen und eine konsequente Verknüpfung des Managementsystems mit Produktivsystemen wie ERP- oder CRM wird das Managementsystem zudem zu einem wertvollen Prozessportal, das den Anwender zuverlässig durch die vorhandene IT-Landschaft führt.

André Theilmeier

Produktionslogistik mit System
Integrierte Strukturen und Standardschnittstellen als Basis für agile Lieferketten

Seit die Automatisierungstechnik Ende des letzten Jahrhunderts Einzug in die Betriebe gehalten hat, haben sich die Produktionsprozesse weltweit rasant verändert. Ging es bislang vor allem darum, interne Abläufe besser zu verzahnen, rückt die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit heute zunehmend in den Fokus. Betriebe agieren mehr denn je in Netzwerken, Einzelkämpfer haben es schwer. Um in globalen Lieferketten effizient und effektiv zusammenzuarbeiten, sind transparente Strukturen und Standards unverzichtbar. Das gilt auch und besonders für die Logistik.

Daniel Eckelt, Katharina Altemeier und Daniel Kliewe

Präventiver Produktschutz - Ein ganzheitlicher Ansatz für die Bedrohungsanalyse

Die Produkte des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus sowie verwandter Branchen wie der Automobilzuliefer- und Elektroindustrie sind weltweit erfolgreich, aber häufig Opfer von Imitationen. Zunehmend werden auch komplexe Hightech- und Investitionsgüter imitiert. Das bedroht den Markterfolg vieler Unternehmen und bringt sie um die Rendite ihrer Investitionen in Forschung und Entwicklung. Geleitet von der Idee des präventiven Produktschutzes entwickeln die Forscher im Verbundprojekt „Prävention gegen Produktpiraterie“ im Rahmen des BMBF-Spitzenclusters „Intelligente Technische Systeme Ostwestfalen-Lippe (it´s OWL)“ innovative Lösungsansätze. Ziel des Projekts ist ein ganzheitliches Vorgehen zur Bedrohungsanalyse und eine Datenbank mit möglichen Schutzmaßnahmen. Schutzmaßnahmen wie versteckte Markierungen und additive Fertigungsverfahren können bereits in der Produktentwicklung berücksichtigt und integriert werden.